Ehemaliger Werkseingang »Tor 5«
(Station 1)
Im Jahre 1858 wurde die Ilseder Hütte gegründet, mit dem Ziel der Verhüttung der Eisenerze zunächst aus den bekannten Lagerstätten Bülten-Adenstedt, später auch Lengede-Broistedt und dem Salzgitterraum. Ilsede wurde als zentraler Standort für die Hochöfen gewählt, da hier durch die Fuhse das erforderliche Kühlwasser verfügbar war. Bis 1983, also über 125 Jahre, wurden hier in den Hochöfen Eisenerze, zuletzt auch Auslandserze, zu Roheisen verhüttet.
Das Werk war an diesem Standort in einer „Insellage“ und mußte aus eigener Kraft alle Voraussetzungen für ein wirtschaftlich erfolgreiches Unternehmen schaffen. Dies ist dem Unternehmen gelungen, das Hochofenwerk in Ilsede zählte immer zu den modernsten Anlagen der Hüttenindustrie.
Hier an dieser Station war einer der 5 Zugänge auf das Hochofenwerk, das Pförtnerhaus 5. Es war der wichtigste Zugang, über den auch der Warenverkehr abgewickelt wurde. Die Rohstoffe Erz, Kohle, Koks und auch die wesentlichen Endprodukte – Roheisen und Schlacke – wurden durch die Verkehrsbetriebe auf den Gleisanlagen transportiert.
Auf dem Groß-Banner wird das ganze Hochofenwerk mit allen Anlagen aus dem Jahre 1972 gezeigt. Das Werksgelände hatte eine Ausdehnung von 1.500 × 400 m und lag auf den Gemarkungen Groß Ilsede und Gadenstedt.
Bildunterschriften am oberen Rand
1. Fußgängerbrücke über die Ilseder Bahn an der Eichstraße mit dem „Hüttencasino“ im Hintergrund
2. Roheisenzug auf der Strecke von Ilsede zum Stahlwerk in Peine
3. Werkszugang Tor 1 mit Gäste- und Gesellschaftshaus, im Volksmund auch „Hüttencasino“ genannt.
4. Bahnhof der Ilseder Bahn in Groß Ilsede
5. Werkszugang Tor 5 mit Pförtnerhaus
Zeittafel
1858 – Gründung des Unternehmens
1860 – Beginn des Erzabbaus im Tagebau Bülten / Adenstedt
1860 / 1861 – Im September 1860 wird die Roheisenproduktion aufgenommen. Am 12. September 1860 wird der erste Hochofen, am 5. November 1861 der 2. Hochofen in Betrieb genommen.
1865 – Die Bahnverbindung zwischen dem Hochofenwerk und der Peiner Bahnstation geht als Pferdebahn, später mit Dampfloks, in Betrieb
1871 – Inbetriebnahme der 1. Kokerei mit 40 Koksöfen
1873 – Betriebsbeginn des Peiner Walzwerkes
1880 – Übernahme des Peiner Walzwerkes durch die Ilseder Hütte
1898 / 1891– Die Elektrifizierung im Hochofenwerk und dem Peiner Walzwerk wird aufgenommen. In der „Dampfzentrale“ wird der erforderliche Strom erzeugt. Später Bau bzw. Ausbau der Gaszentrale zur Stromerzeugung
1903 – Aufbau der zentralen Wasserversorgung aus dem Brunnenfeld Klein Ilsede
1911 – Flüssigtransport des Roheisens in Roheisenpfannenwagen zum Stahlwerk in Peine
1918 / 1921 – Bau und Inbetriebnahme der Elektrohängebahn als zentrale Begichtungsanlage
1924 – Inbetriebnahme der 1. Sinteranlage „Agglo“
1958 / 1965 – Umfangreiches Investitionsprogramm auf dem Hochofenwerk: Neubau Sinteranlage, Bau einer zentralen Bandbegichtungsanlage, Neubau des Hochdruckkraftwerkes, Ausbau der Hochofenanlagen, Umstellung von Dampf- auf Diesellokbetrieb der Verkehrsbetriebe
1970 – Fusion der Werke „Ilseder Hütte“ und „Salzgitter Hüttenwerke zu „Stahlwerke Peine-Salzgitter (P+S)“
1983 – Einstellung der Roheisenproduktion im Hochofenwerk Ilsede
1995 – Stilllegung der Kokerei und Einstellung der Energiebetriebe, Werksschließung
1998 – Beginn der Umstrukturierung des Betriebsgeländes durch den Planungsverband
Abbildung rechts und unterer Tafelrand
– Aktie der Ilseder Hütte (1859)
Quelle: Informationstafel „Ehemaliger Werkseingang »Tor 5«“, Industriepfad Ilseder Hütte, ehemaliges Hüttengelände in Ilsede. Abschrift nach der vorliegenden Fotoaufnahme.