Orte & Anlagen: Industriegeschichte hautnah erleben
Wo früher Eisen geschmolzen wurde und riesige Maschinen dröhnten, lädt heute ein moderner Industriepark zum Erkunden ein. Die imposanten Relikte der Ilseder Hütte sind mehr als nur alte Mauern – sie sind Landmarken einer Epoche, die das Peiner Land geprägt hat.
Das Herzstück: Das Hochofenplateau
Das Plateau war einst das pulsierende Zentrum des Werks. Hier standen die Hochöfen, in denen das Roheisen erzeugt wurde. Auch wenn die Öfen selbst verschwunden sind, machen die verbliebenen Versorgungsanlagen die gigantischen Dimensionen des früheren Betriebs greifbar.
Die markantesten Stationen auf dem Gelände
Kugelwasserturm (Das Wahrzeichen): Mit fast 30 Metern Höhe ist er der „Leuchtturm“ von Ilsede. Er wurde 1921 erbaut, um die Kühlwasserversorgung der Hochöfen zu sichern. Heute steht er als meisterhaft sanierter Solitär für den Stolz der ehemaligen Hüttenleute.
Gebläsehalle (Kultur in Industriekulisse): Früher lieferte sie den lebensnotwendigen „Wind“ (Druckluft) für die Hochöfen. Heute ist sie eine der spektakulärsten Eventlocations der Region für verschiedene Ausstellungen, Börsen undfür weitere Veranstaltungen genutzt.
Umformerstation (Museum & Gedächtnis): Einst die elektrische Schaltzentrale für die Hängebahnen, beherbergt sie heute die Dauerausstellung „Vom Erz zum Stahl“. Sie ist der ideale Startpunkt für Ihren Besuch.
Holzkühlturm: Ein seltenes technisches Relikt, das zeigt, wie früher mit einfachen, aber effektiven Konstruktionen gewaltige Wassermengen für den Hüttenbetrieb gekühlt wurden.
Den Industriepfad entdecken
Möchten Sie das Gelände zu Fuß oder mit dem Rad erkunden? Der Industriepfad führt Sie an rund 20 Stationen vorbei zu den wichtigsten Orten der Industriekultur.
Erleben: Schautafeln an jeder Station erklären verständlich die Funktion der ehemaligen Anlagen.
Verstehen: Die Dauerausstellung in der Umformerstation vertieft das Wissen über Arbeitswelten und Technik.
Verbinden: Der Pfad lässt sich ideal mit der Radroute „Auf den Spuren des Eisenerzes“ kombinieren, die Sie zu den umliegenden Schachtanlagen und Werkssiedlungen führt.
Tipp für Besucher: Der Industriepfad ist ganzjährig frei zugänglich. Starten Sie am besten an der Umformerstation direkt neben dem Kugelwasserturm.
Der Verbund: Hütte, Schacht und Walzwerk
Die Ilseder Hütte war nie isoliert. Sie war das Bindeglied zwischen den Erzgruben im Umland und dem Walzwerk Peine. Während in Ilsede das Roheisen floss, wurden in Peine die berühmten „Peiner Träger“ gewalzt. Noch heute lässt sich dieser räumliche Zusammenhang an den erhaltenen Gleisanschlüssen und Werkssiedlungen im gesamten Peiner Land nachvollziehen.