Werkzeitung Ilseder Hütte Hefte 1-8

Die Werkzeitschriften der Ilseder Hütte und dazu im folgenden jeweils das Titelbild sowie die letzte Seite der jeweiligen Ausgabe mit ausführlichen Erklärungen zu den Fotos.

Alle Texte und Fotos stammen komplett aus folgender Bezugsquelle. 

Herausgeber: Ilseder Hütte, Peine. Für die allgemeinen Richtlinien verantwortlich: Dr. Herbert W. Köhler. Schriftleitung: Werner Medrow  Redaktionsausschuß: Diedrich Dännemark (Vorsitzer), Helmuth Heintzmann, Paul Möllenberg, Dr. Kurt Rasch, Karl Basse, Paul Becker, Heinz Breskvar, Gustav Evers, Willy Holzapfel, Herbert Kemper, Caspar Kirchberger, Alfred Köhler, Hermann Wedemeyer.

ILSEDER HÜTTE erschien jeden zweiten Monat. Auflage mit Heft 1: 19 300 Exemplare. Die Werkzeitschrift wurde kostenlos und nur an Betriebsangehörige versandt. Fotos: Dr. Wolff & Tritschler, Werkfotos: Trexler, Medrow. Illustrationen: Baatz, Pielert.

Werkzeitung Ilseder Hütte – Heft 1, September/Oktober 1956

Werkzeitung Ilseder Hütte Heft 1
Werkzeitung Ilseder Hütte Heft 1
Werkzeitung Ilseder Hütte Hefte 1-8
September/Oktober 1956

Lachendes Titelbild „Hallo“ rief Obersteiger Schlie vom Erzbergbau in Bülten-Adenstedt und lachend wandte sich ein junger Hauer zu. Uns – das waren Obersteiger Schlie, Dr. Ferling, Leiter der Betriebsüberwachung in unserem Erzbergbau, Werkfotograf Trexler und Werkschriftleiter Medrow. Der lachende Hauer war und ist Fritz Bienas. Er arbeitet auf der 220-m-Sohle in Bülten-Adenstedt. Seit sieben Jahren ist er bei uns. Sein Lachen wurde auf der ersten Seite unserer Werkzeitschrift wiedergegeben; denn ehe Fritz Bienas „ernst“ machen konnte, war es schon geschehen. Fotograf Trexler „schoß“ und der Hauer wurde mit seiner Schokoladenseite für die Nachwelt festgehalten. Das Bild montierten wir – so heißt es in der Zeitungssprache – in die Mitte der ersten Seite. Im Hintergrund sind Aquarelle unserer Werke zu sehen. Oben die Schachtanlage 3/4 des Steinkohlenbergwerks Friedrich der Große AG in Herne; links ein Schmelzer beim Abstich im Hochofenwerk Groß Ilsede; unten rechts Blick auf einen Teil der neuen Feineisenstraße im Peiner Walzwerk. Darauf kam es uns an: wir wollten die Gemeinsamkeit aller Werke in der Ilseder Hütte im Bild demonstrieren, die Gemeinsamkeit von Kohle, Erz, Kalk, Roheisen, Stahl und der Menschen, die in diesen Werken arbeiten.

Hochofenabstich  Das Farbfoto auf der letzten Seite zeigt Roheisen, wie es beim Hochofenabstich in die „Pfanne“ fließt. Pfannenwagen fahren dieses flüssige Roheisen mit der Werkseisenbahn direkt vom Hochofenwerk Groß Ilsede in das etwa 7 Kilometer entfernt liegende Stahlwerk nach Peine.

Werkzeitung Ilseder Hütte – Heft 2, November/Dezember 1956

Werkzeitung Ilseder Hütte Heft 2
Werkzeitung Ilseder Hütte Heft 2
Werkzeitung Ilseder Hütte Hefte 1-8
November/Dezember 1956

Weihnachten 1956 Vor dem Pförtnerhaus des Peiner Walzwerks steht – wie schon im vergangenen Jahr – dieser Christbaum. Als Symbol der heiligen Weihnacht leuchtet er allen, die zur Schicht gehen oder von der Schicht kommen. Der Schritt verlangsamt sich, mancher verweilt einige Augenblicke, lächelt und freut sich still. Und mancher denkt an die Weihnachtsbotschaft: Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen.

Kumpel bei der Ruhepause Den Schöpfer dieser Kohlezeichnung auf der letzten Umschlagseite kennen wir schon aus der Werkzeitschrift Nr. 1. Es ist Waldemar Rabsch, Anschläger auf Schachtanlage 3/4 in Herne. In der ersten WZ-Ausgabe sahen wir seine Kohlezeichnung „Galoppierende Pferde“. Den „Kumpel bei der Ruhepause“ will das Bergbaumuseum Bochum ankaufen.

Werkzeitung Ilseder Hütte – Heft 3, Januar/Februar 1957

Werkzeitung Ilseder Hütte Heft 3
Werkzeitung Ilseder Hütte Heft 3
Werkzeitung Ilseder Hütte Hefte 1-8
Januar/Februar 1957

Vor der Mittagsruhe Püppchen wird vor dem Mittagsschlaf von treusorgenden Puppenmüttern liebevoll gebettet. Der Eifer ist so groß, daß die „Muttis“ kaum noch auf den Fotografen achten. Kein Wunder, das Spiel im „Kinderhaus Ursula“ unseres Steinkohlenbergwerks Friedrich der Große in Herne macht Spaß. Das Haus ist eine Einrichtung innerhalb der Werksfürsorge. Die kleinen Damen knipste Helmut Trexler mit einer Winkelkamera. Man kann auf kurze Entfernung einen viel größeren Blickausschnitt fotografieren als mit den Kameras „ohne“.

Motor für Gebläsemaschine Manche Menschen, manche Gebäude und auch manche Maschinen fotografieren sich gut. Sie sind (so heißt es „deutsch“) fotogen. Dieser Gleichstrommotor für den Antrieb einer Gebläsemaschine liefert den Gebläsewind für die Konverterbirnen in der Thomashütte. Der Außendurchmesser dieses Motors beträgt 7,5 Meter und er wiegt 40 000 Kilogramm. Seine Leistung: 3000 Pferdestärken. (Fotografiert im Peiner Walzwerk von Helmut Trexler.)

Werkzeitung Ilseder Hütte – Heft 4, März/April 1957

Werkzeitung Ilseder Hütte Heft 4
Werkzeitung Ilseder Hütte Heft 4
Werkzeitung Ilseder Hütte Heft 4
Werkzeitung Ilseder Hütte Hefte 1-8
März/April 1957

Nachtaufnahme Die beiden äußeren Umschlagseiten zeigen eine Nachtaufnahme des Hochofenwerks in Groß Ilsede. Fotografiert von Fa. Dr. Wolff und Tritschler , Frankfurt, wiedergegeben im Vier-Farben-Buchdruck. Anschließend wurde der Umschlag lackiert.

Werkzeitung Ilseder Hütte – Heft 5, Mai/Juni 1957

Werkzeitung Ilseder Hütte Heft 5
Werkzeitung Ilseder Hütte Heft 5
Werkzeitung Ilseder Hütte Hefte 1-8
Mai/Juni 1957

Fotomontage Auf der ersten Umschlagseite zeigen wir eine Fotomontage. Das heißt: ein Schwarz-Weiß-Foto von der Hauptversammlung der Ilseder Hütte im Vorjahre wurde auf einen Karton geklebt und von dem Graphiker Helmut Baatz, Hannover, koloriert. Dazu klebte er echte Geldscheine und echtes Kleingeld auf, damit die Wiedergabe möglichst naturgetreu wurde. Das Gesetz schreibt übrigens bei der Nachbildung von Geld vor, daß es nicht in Originalgröße erscheint, damit nicht Leute, die knapp bei Kasse sind, diese Scheine ausschneiden und ungesetzlich verwenden (zu deutsch: Falschgeld umsetzen!),

Unfallverhütung Die vier Plakate auf der letzten Umschlagseite wurden von der Berufsgenossenschaft herausgegeben. Sie sollen für sich selbst sprechen. Der Untertitel sagt eindringlich warnend: Wenn Du Dich so verhältst, wie die auf den vier Bildern gezeigten Männer, so gehörst Du bald auch zu den Opfern!

Werkzeitung Ilseder Hütte – Heft 6, Juli/August 1957

Werkzeitung Ilseder Hütte Heft 6
Werkzeitung Ilseder Hütte Heft 6
Werkzeitung Ilseder Hütte Hefte 1-8
Juli/August 1957

Freie Fahrt! Seit Juli 1957 steht das Signal für den neuen MAN-Dieseltriebwagenzug unserer Peine-Ilseder Eisenbahn (siehe Titelbild) auf „Freie Fahrt“. Der Zug besteht aus fünf Triebfahrzeugen und einem Steuerwagen. Drei Triebwagen wurden im Juli geliefert, die letzten drei Fahrzeuge trafen im August in Peine ein. Diese Dieselleichttriebwagen sind eine Weiterentwicklung des bei der Bundesbahn eingesetzten Schienenomnibusses. Sie erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h. Jedes Fahrzeug hat 66 bzw. 72 Sitzplätze, die gepolstert und mit Kunstleder überzogen sind. In drei Triebwagen ist eine Rundfunkanlage mit Tonbandübertragung und Sprechmöglichkeit eingebaut, so daß sich die Fahrzeuge auch für den Sonntagsausflugs- und Gelegenheitsverkehr der Bundesbahn gut verwenden lassen. Die Fahrzeit zwischen Peine und Groß Ilsede wurde mit diesen Wagen von 15 auf 9 Minuten verkürzt.

Montagehalle aus Peiner Stahl Gefahrvoll und schwer ist die Arbeit der Monteure unserer Enkelgesellschaft Hermann Rüter oHG, Langenhagen bei Hannover. Doch mit dem Autokran (im Vordergrund) und mit schönem Wetter geht die Arbeit an dieser Montagehalle für die Kraftfahrzeugindustrie (unser Foto) schnell voran. Die Stahlkonstruktion besteht aus Trägern, die im Peiner Walzwerk hergestellt wurden.

Werkzeitung Ilseder Hütte – Heft 7, September/Oktober 1957

Werkzeitung Ilseder Hütte Heft 7
Werkzeitung Ilseder Hütte Heft 7
Werkzeitung Ilseder Hütte Hefte 1-8
September/Oktober 1957

„Glück Auf“ Die Schicht ist zu Ende. Diese Kumpels – alle aus Herne – fuhren zu Tage und verlassen den Förderkorb. Es sind (von links nach rechts): Lehrsteiger Horst Kloß, Weichenreiniger Johann Konopa, Hauer Peter Hein, Ausbauhelfer Otto Hermann von unserem Steinkohlenbergwerk Friedrich der Große, Schachtanlage 3/4. Das Farbfoto wurde von Helmut Trexler geknipst und ist im Vierfarbenbuchdruck auf der ersten Umschlagseite wiedergegeben. 

Hoch Hinaus Dieser Riesenkran aus Peine, den die Norddeutschen Schrauben- und Mutternwerke bauten, hat eine Rollenhöhe von 101 m. Unser Foto zeigt den Riesenfinger in Düsseldorf, der bei dem Bau des Mannesmannhochhauses eingesetzt ist. Dieser Peiner Kran ist der größte Kran Europas.

Werkzeitung Ilseder Hütte – Heft 8, November/Dezember 1957

Werkzeitung Ilseder Hütte Heft 8
Werkzeitung Ilseder Hütte Heft 8
Werkzeitung Ilseder Hütte Hefte 1-8
November/Dezember 1957

Stahlanalyse Als wir uns Gedanken über das Titelfoto dieser WZ-Ausgabe machten, wußten wir, daß dieses Heft im Januar erscheinen würde. Wir wollten auf der ersten Seite keinen Skifahrer abbilden, der mutig ins neue Jahr springt, keinen Schornsteinfeger, der allen Glück wünscht, kein Glücksschwein und keinen Glückswürfel. Es sollte ein Foto aus unserem Werk sein. Bei Prüfung über das zweckmäßigste dachten wir an die Versuchsanstalt bei unseren Hüttenwerken, die zur Feststellung der Stahlzusammensetzungen jedes Jahr tausende von Untersuchungen durchführt. Der Chemiker prüft die in den Stahlwerken erschmolzenen Werkstoffe und sucht in Zusammenarbeit mit den Ingenieuren der Schmelzbetriebe nach neuen Wegen zur Verbesserung der Stahlqualität. Dieses Wirken erschien uns symbolhaft für den Jahreswechsel zu sein. Jeder muß aus der Vergangenheit lernen, was in Zukunft verbessert werden kann. So entstand dieses Farbfoto an der Schwelle des neuen Jahres im Laboratorium Peine. Wir knipsten den Laboranten Walter Seiffert, als er eine „Kohlenstoffbestimmung im Stahl“ durchführte. Das Farbfoto „schoß“ Helmut Trexler, gedruckt wurde es im Vierfarbenbuchdruck.

Schnee, Bach und Bäume Schnee ist Schnee. Wir stapfen durch ihn hindurch, wir treten ihn fest. Bäche gibt es viele. Wie selten beachten wir sie. Bäume sehen wir im Walde Tausende, zu viele, als daß wir jeden einzelnen betrachten könnten. Und doch zeigt dieses Foto solchen Schnee, einen Bach, eingeschneite Nadelbäumchen, einen Baumstumpf – ein Stück morsches Holz im Wasser. All diese Dinge, im Bild konzentriert und im Ausschnitt wiedergegeben, lassen uns plötzlich erkennen, wie schön sie für das Auge sind, wenn wir sie nur beachten. Es ist ein Foto, das im Harz aufgenommen wurde. Es könnte auch an irgendeinem Dorf- oder Stadtrand fotografiert worden sein, ein Stück Natur, das wir alle sehen können, wenn wir es nur sehen würden.

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